Saarland bei Mitbestimmung Entwicklungsland-

NGG begrüßt Initiative der Linke zur Stärkung der Mitbestimmung

Saarbrücken, den 03. Dezember 2019

Die Gewerkschaft NGG, Region Saar, begrüßt die Forderung der Linkspartei, Betriebe, die die Wahl von Betriebsräten behindern, aus der öffentlichen Auftragsvergabe auszuschließen.

Nach Angaben der NGG werden in fast 100 % aller Fälle erstmalige Betriebsratswahlen verhindert oder zumindest erschwert.
So gibt es außerhalb der Betriebsgastronomie nur in einem Hotel und in einem Brauhaus im Saarland einen Betriebsrat.

Mark Baumeister, Geschäftsführer der NGG- Region Saar:

„Unsere Liste der Betriebsratswahlverhinderer und –behinderer wird immer länger. Praktisch in jedem Betrieb, in dem wir einen Betriebsrat erstmals wählen wollen, leiten die Arbeitgeber sofort juristische Schritte ein oder schüchtern Beschäftigte ein und nehmen Einfluss auf die Wahlen. Der Abwehrkampf der Arbeitgeber kennt dabei keine Grenzen. Wenn dann gar nichts mehr geht, stellt man einfach Arbeitgeberkandidaten auf oder entlässt die vermeintlichen Anführer. Es ist ein Trauerspiel, dass im Saarland die Betriebe bei Ausschreibungen das Rennen machen, die Mitbestimmung und Tarifbindung fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Egal ob Fleischindustrie, Hotel- und Gaststättengewerbe oder Bäckerhandwerk: Diese Betriebe haben keinen Cent Steuergeld verdient und gehören von der öffentlichen Auftragsvergabe ausgeschlossen. In Sachen Mitbestimmung sind wir ein Entwicklungsland. Die Beschäftigten verzichten fahrlässig und sehenden Auges viel zu leicht auf ihr Recht auf Mitbestimmung.“

 

Aktuell bereitet die NGG Betriebsratswahlen in einem Saarbrücker Restaurantbetrieb vor. Wir werden über den Fortgang berichten.

 

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 Foto:Istock, Peopleimages