Tarifabschluss HOGA- Saarland 2016; Neuer MTV und ETV

Saarbrücken, den 27. Juni 2016

 

Nach rund einem halben Jahr intensiver Verhandlungen haben sich die Gewerkschaft NGG, Region Saar und der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Saarland e.V. heute auf den Abschluss eines neuen Manteltarifvertrages geeinigt.

Beide Seiten hatten von Anfang an das Ziel, die Attraktivität der Branche zu steigern. Hier gelang es, die Planbarkeit der Arbeitszeiten für die Beschäftigten zu verbessern und für besonders belastete Beschäftigtengruppen, etwa Mitarbeitern in Teildienst oder bei einem Einsatz in der 6- Tage- Woche, Ausgleichsmöglichkeiten zu schaffen.

Die Verhandlungen zu einem Arbeitszeitkonto gestalteten sich schwierig. Letztlich ist es aber gelungen, im Rahmen bestehender gesetzlicher Möglichkeiten Regelungen zu treffen, die auf einen branchentypisch schwankenden Geschäftsverlauf als auch den Interessen der Beschäftigten gleichermaßen Rücksicht nehmen.

Dies ist auch aus Sicht von NGG notwendig, um Arbeitsplätze abzusichern.

Ein Herzensanliegen war NGG zudem, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Beschäftigte, die zum Zwecke der Kindererziehung oder aufgrund einer Pflegesituation ihre Arbeitszeit reduzieren, sollen die Möglichkeit bekommen, nach Ablauf der Pflegesituation oder Kindererziehung wieder von Teil- in Vollzeit zu wechseln. Hierzu sollen Arbeitgeber und Beschäftigte eine freiwillige Vereinbarung treffen.

 

Bei den Verhandlungen zu einem neuen Entgelttarifvertrag konnte heute ebenfalls Einigkeit erzielt werden.

Erstmals wurde eine Differenzierung der Entgelterhöhung vorgenommen, um die Attraktivität der Branche zu steigern.

So werden zum 1. Juli 2016 die Ausbildungsvergütungen zwischen 7,7 % im ersten und 9,2 % im dritten Ausbildungsjahr erhöht.

Die Entgelte für Fachkräfte steigen je nach Tätigkeitsgruppe zum 1. Juli 2016 zwischen 6,3 % und 12,6 %.

Zum 1. Juli 2017 erfolgt eine weitere Entgelterhöhung zwischen 4,3 % und 5,0 %.

Die Einstiegsgruppe BW 1 wird zum 1. Juli 2016 um 2,5 % auf 8,74 € pro Stunde, was dem saarländischen Vergabemindestlohn entspricht, erhöht.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 30 Monaten. Sie beginnt rückwirkend zum 1. Januar 2016 und endet am 30. Juni 2018.

Durch die nun vereinbarten Entgelterhöhungen konnte ein Rückstand zu anderen Flächenländern auf einen Schlag aufgeholt werden.

 Mark Baumeister, Geschäftsführer der NGG- Region Saar:

„Ich bin froh, dass wir in intensiven, aber stets konstruktiven Verhandlungen nun Einigkeit herstellen konnten. Das Gastgewerbe im Saarland ist eine Zukunftsbranche, dem Tragen die Tarifvertragsparteien nun Rechnung. Die Verbesserung der Arbeits- und Einkommensbedingungen ist ein wichtiger Schritt nach vorne für den Tourismusstandort Saarland. Eine Ausbildung im Gastgewerbe des Saarlandes wird nun deutlich attraktiver, darüber freuen wir uns besonders. Jetzt gilt es, das Erreichte flächendeckend umzusetzen. Besonders stolz bin ich darauf, dass unsere Tarifkommission aus Branchenexpertinnen und -experten bestand, erstmals waren auf NGG- Seite alle Beschäftigtengruppen an den Verhandlungen beteiligt.“

 

Hier geht´s zur Pressemitteilung als PDF