Fachkräftemangel in Tourismus und Gastgewerbe Ergebnis falscher Schwerpunktsetzung

Die Gewerkschaft Nahrung- Genuss- Gaststätten (NGG), Region Saar, fordert angesichts des Fachkräftemangels in Tourismus und Gastgewerbe im Saarland eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Akteure. Die NGG kritisiert außerdem, dass die Qualität der Arbeitsbedingungen bei der bisherigen Tourismusstrategie keine erkennbare Rolle spielt, und stattdessen nur die Qualität aus Kundensicht betrachtet wird. Um die Ausbildungsqualität in der Branche zu sichern, fordert die NGG die Einführung eines Ausbildungscoachings, um Konflikte in der Ausbildung frühzeitig zu erkennen und zu lösen.

 

Mark Baumeister, Geschäftsführer der NGG- Region Saar:

„Der Fachkräftemangel im saarländischen Tourismus und dem Gastgewerbe ist gravierend. Es kann nicht angehen, dass bei der Entwicklung dieser wichtigen Zukunftsbranche die Arbeitnehmervertreter zumindest im Saarland komplett außen vor bleiben und ihr Fachwissen nicht einbringen können. Statt das Gütesiegel Ausbildung zu fördern, sollte der Einsatz von Ausbildungscoaches geprüft werden, um Ausbildungsabbrüche zu reduzieren. Verbesserungen bei der Ausbildung und eine nachhaltige Fachkräftesicherung können nur gelingen, wenn die Arbeitgeberverbände bereit sind, mit den Gewerkschaften und Betriebsräten zu kooperieren.

Wir fordern ein Umdenken bei der Tourismusförderung. Tarifbindung und gute Arbeit sollten Fördervoraussetzung werden. Es kann nicht angehen, dass Betriebe die nach Service- Q klassifiziert werden, im Anschluss Tarifflucht begehen und sich nicht mehr an die tariflichen Mindeststandards gebunden fühlen. An den Arbeitgeberverband DEHOGA richten wir unsere Forderung, die Diskussion um die Einführung von Wochenarbeitszeit zu beenden. Kaum ein Land hat so flexible Arbeitszeiten wie Deutschland. Unsere Nachbarländer Frankreich und Luxemburg begrenzen die tägliche Höchstarbeitszeit auf 9, bzw. 8 Stunden. Im saarländischen Gastgewerbe gibt es schon jetzt tarifliche Flexiregelungen von 5 bis 10 Stunden täglich, sowie ein modernes Arbeitszeitkonto. Wir sollten uns gemeinsam um bessere Einkommen für die Beschäftigten und Wertschätzung für die hohe Dienstleistungsqualität der Betriebe kümmern, anstatt die Branche durch unsinnige Forderungen zu diskreditieren und unsere Fachkräfte ins europäische Ausland zu vertreiben.“

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