52. Delegiertenkonferenz- neuer Vorstand und Leitanträge zu Arbeitszeit und Tourismusförderung

Arbeitszeitdiskussion sowie Beteiligung bei Tourismusentwicklung

Saarbrücken, den 21.04.2018

Am Samstag, dem 21. April 2018, fand die 52. Delegiertenkonferenz der NGG- Region Saar in der „Q.lisse“ in Quierschied statt.

Dieter Schunck, bisheriger Vorsitzender des Regionsvorstandes und ehemaliger Betriebsratsvorsitzender der Karlsberg Brauerei, wurde im Rahmen der Konferenz verabschiedet. Seine Nachfolge tritt nach ihrer einstimmigen Wahl die 56- jährige Petra Neuhardt an, seit März 2018 Betriebsratsvorsitzende der Karlsberg Brauerei.

In ihrer Antrittsrede betonte sie die Wichtigkeit gewerkschaftlichen Engagements, gerade in prekären Branchen wie dem Gastgewerbe.

Der neu gewählte Vorstand besteht nun aus 20 Kolleginnen und Kollegen aller NGG- Branchen und den wichtigsten Betrieben unserer Region.

Was die Delegierten besonders freute: Die NGG- Region Saar wächst seit 2011 ohne Unterbrechung jährlich zwischen 3 bis 6 %.

Die Delegierten beschlossen außerdem vier Anträge, die sich mit den Themen Arbeitszeit, Mitbestimmung der NGG und der Betriebsräte bei der Tourismusentwicklung im Saarland, der Inklusion und der Arbeit von Schwerbehinderten Menschen im Gastgewerbe befassen sowie der Forderung nach einer Gegenkampagne zur von der DEHOGA befeuerten Arbeitszeitkampagne.

 

Mark Baumeister, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG, Region Saar:

 „Die NGG in ihrem 154. Jahr ihres Bestehens ist eine moderne Gewerkschaft. Wir haben frische Rezepte für gute Arbeit. Die Delegierten haben heute die saarländische Landesregierung unmissverständlich aufgefordert, Mitbestimmung und Gewerkschaft bei der Tourismusentwicklung im Saarland zu beteiligen und nicht wie bisher komplett auszuschließen. Das wäre aktuell in etwa so, als wenn unsere Kolleginnen und Kollegen der IG Metall bei der Diskussion um die Wettbewerbsfähigkeit der Stahlindustrie außen vor bleiben müssten.

Wir haben heute unsere Forderung erneuert, Fördergelder für touristische Projekte an das Thema gute Arbeit zu koppeln. Im Klartext: Steuergelder und Zuwendungsbescheide dürfen nur fließen, wenn sich die Empfänger, z.B. Luxushotels, an die ortsüblichen Tarifverträge halten und die Mitbestimmung in ihren Häusern fördern. Es ist ein Trauerspiel, dass es im Saarland in keinem Hotel einen Betriebsrat gibt. Damit sind wir Schlusslicht in Deutschland. Außerdem fordern die Delegierten die Landesregierung auf, endlich in eine funktionierende Gewerbeaufsicht zu investieren und die vorgesehen Zahl von 55 Kontrolleuren anstatt wie bisher 16, zu erfüllen.

An die Adresse der Arbeitgeberverbände für das Gastgewerbe richten die Delegierten die Botschaft, dass jede Ausdehnung der täglichen Arbeitszeit über das bisherige Maß von maximal 10 Stunden der Branche nachhaltig schadet. Wir haben in Deutschland das flexibelste Arbeitszeitgesetz in Europa und die flexibelsten Tarifverträge. Niedriglöhne und Arbeit auf Abruf sind mit NGG nicht zu machen. Sinnvolle Lösungen und eine fortschrittliche Entwicklung der Branche hingegen gerne.“

 

Alle Anträge werden nun an die Landesbezirksdelegiertenkonferenz, bzw. an den Gewerkschaftstag weiter geleitet. Im Falle des Antrages zur Tourismusförderung wird dieser der saarländischen Landesregierung zugängig gemacht.  

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