NGG fordert Hotelboom mit Augenmaß- Wohnungen statt Investorenwünsche

NGG fordert Hotelboom mit Augenmaß – Wohnungen statt Investorenwünsche

Saarbrücken, den 11.12.2019

Die Gewerkschaft NGG, Region Saar, kritisiert den zunehmenden Hotelboom in Saarbrücken und fordert ein Ende des Verdrängungswettbewerbs. Die offensichtlich politisch gewollte Schaffung von Überkapazitäten werde nicht nur einen Verdrängungswettbewerb auslösen, sondern den Druck auf die Einkommens- und Arbeitsbedingungen weiter verschärfen. Schon heute seien Tarifbindung und Einhaltung von tariflichen Einkommensstandards bei neuen Hotels Mangelware. Trotz anfangs positiver Gespräche verweigert sich beispielsweise das neue „Fourside- Hotel“ in Saarbrücken der Tarifbindung. Trotz moderner, hochflexibler Tarifverträge in der Fläche.

Mark Baumeister, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG, Region Saar:

 „Leider ist die Politik und teilweise auch die Öffentlichkeit vor lauter Sternen blind. Was nützen vier oder fünf Sterne Hotels in Saarbrücken oder dem Saarland, wenn die Tarifbindung abnimmt oder Beschäftigte in einigen Betrieben fern jedweder Arbeitszeitgesetze schuften? Politik und auch Medien sollten die Arbeitsbedingungen kritisch hinterfragen, bevor neue Häuser hochgejubelt werden. Der Hotelboom in Saarbrücken wird den Druck auf die mittelständischen inhabergeführten Häuser erhöhen, die ihre Beschäftigten oft achten und eine langjährige Bindung als Ziel haben. Aufgabe einer Stadt ist es, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und nicht zuerst Investoreninteressen zu vertreten. Auch im leerstehenden C&A- Gebäude ließen sich sicherlich innovative Wohnkonzepte verwirklichen. Ein Wachstum mit Augenmaß berücksichtigt auch den Fachkräftemangel und ist bedarfsgesteuert.“

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Foto: Dmitry Kalinovsky