Keine Entwarnung in saarländischer Fleischindustrie

Saarbrücken, den 20. Mai 2020

Die Gewerkschaft NGG, Region Saar, begrüßt die durchgeführten Hygienekontrollen in der saarländischen Fleischindustrie. Aus Sicht der NGG war das Ergebnis zu erwarten, denn die Betriebe sind in der Regel nach den höchsten Lebensmittelstandards, wie IFS- 6, zertifiziert. Der Handel erwartet und kontrolliert die Einhaltung in der Regel oft selber peinlichst genau.

Die NGG fordert die Verantwortlichen in Politik und Kontrollbehörden auf, die Begrifflichkeiten Leiharbeit und Werkverträge strikt und sauber zu trennen.

 

Mark Baumeister, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG, Region Saar hierzu:

 „Leiharbeit ist nicht das Problem in der Fleischindustrie. Denn hier unterliegen die Leiharbeitnehmer klar der Mitbestimmung durch Betriebsräte und dem Auftraggeber und sind voll in die jeweilige Betriebsorganisation eingebunden. Unser Problem, und das seit Jahrzehnten, sind die Werkverträge. Hier werden Menschen fragwürdig untergebracht. Sie haben keinen Kontakt zur Stammbelegschaft, kein Betriebsrat ist für sie zuständig, streng genommen erhalten sie vom Auftraggeber auch keine Arbeitsanweisungen und auch keine Arbeitsmittel.

Und genau hier ist das Problem: In der Fleischindustrie hat es sich verfestigt, dass einzelne, im Saarland ansässige mittelständische Unternehmen, sich vor der Verantwortung für diese Menschen drücken und einen Teil ihres Kerngeschäftes in fremde Hände abgeben. Dadurch sparen diese Betriebe Sozialversicherungsbeiträge und schädigen den Sozialstaat. Werkverträge gehören nicht in die Fleischindustrie. Die hier tätigen Menschen aus Osteuropa brauchen eine Festanstellung zu tariflich geregelten Arbeitsbedingungen. Dann erledigt sich das Problem der Unterbringung von ganz alleine.“

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