NGG fordert Kraftakt gegen soziale Schieflage in Saarbrücken

Saarbrücken, den 18. Juli 2019

 

In der Diskussion um die soziale Lage in Saarbrücken, ausgelöst durch einen Fernsehbericht von Spiegel- TV, fordert die Gewerkschaft Nahrung- Genuss- Gaststätten, Region Saar, eine Kraftanstrengung der Politik. Ein Schwerpunkt muss nach NGG- Forderung in der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Beschäftigte im Niedriglohnbereich anstatt immer neuer Hotelbauten liegen.

Mark Baumeister, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG im Saarland:

„Saarbrücken ist ohne Zweifel eine liebenswerte und für viele Menschen auch eine lebenswerte Stadt. Wir haben aber eine Spaltung unserer Gesellschaft in arm und reich, die gerade in Saarbrücken sichtbar und fühlbar wird. Beschäftigte in NGG- Branchen, die oft genug nur wenig mehr als den gesetzlichen Mindestlohn verdienen, können sich das Leben in dieser Stadt kaum noch leisten, sie finden nur noch selten bezahlbaren Wohnraum. Wo sollen denn die Menschen leben, die beispielsweise in den neuen Hotels oder in der Gastronomie arbeiten?

Warum entsteht auf dem alten Messegelände kein Wohnraum? Warum steht das Interesse von Investoren vor dem Recht der Menschen auf günstigen Wohnraum? Warum steigt die Zahl der AirBNB- Vermietungen in Saarbrücken seit Jahren an? Warum entstehen immer neue Hotelbauten, anstatt Studentenwohnungen oder Singlewohnungen, obwohl die Hotelkapazitäten in Saarbrücken ausreichend sind?

Das Problem der Kinderarmut trifft besonders Menschen in NGG- Branchen. Alleinerziehende Frauen zum Beispiel, die als Bäckereifachverkäuferin in Teilzeit fast rund um die Uhr abrufbar sind, wissen oft genug nicht, wie sie ihren Unterhalt bestreiten sollen. Die Politik und wir Bürger in dieser Stadt müssen noch mehr hinschauen. Viele Zustände haben sich verfestigt. Ohne die wichtige Arbeit des Regionalverbandes und vieler Verbände, Institutionen und Ehrenamtlicher wäre die soziale Schieflage wohl noch schlimmer. Diesen Menschen gilt es Danke zu sagen.

Solange aber auch nur ein Kind in dieser Stadt von Armut bedroht ist, brauchen wir über teure Image- Kampagnen nicht zu reden. Wir brauchen einen gemeinsamen Kraftakt für die Stadtteile, die mit dem Schmähbegriff „Saarbrooklyn“ umschrieben werden. Saarbrücken steht nur stellvertretend für eine Spaltung der Gesellschaft, es ist ein bundesdeutsches Problem.“

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