Hotel- und Gastgewerbe: Kurzarbeitergeld anheben, Abwanderung stoppen

Saarbrücken, den 06. November 2020

Die Gewerkschaft NGG, Region Saar, fordert die saarländische Landesregierung erneut auf, sich auf Bundesebene für eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf 100 % für die Beschäftigten des Hotel- und Gastgewerbes einzusetzen. Die NGG fordert die Landesregierung des Saarlandes auf, alles zu tun, um die beginnende Abwanderung von Fachkräften zu stoppen. Zugleich äußert die NGG im Saarland Kritik an einer Werbekampagne des Discounters LIDL, der mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld, statt Trinkgeld sowie einer bargeldlosen Entgeltzahlung wirbt. Die NGG weist daraufhin, dass im Gastgewerbe des Saarlandes eine 5- Tage- Woche gilt und Beschäftigte selbstverständlich Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld haben.

Mark Baumeister, Geschäftsführer der NGG- Region Saar:

„Wir haben die saarländische Landesregierung, insbesondere den Ministerpräsidenten und die stellvertretende Ministerpräsidentin vor einigen Tagen schriftlich gebeten, sich für eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf 100 % für die Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe einzusetzen. Leider haben wir bisher keine Rückmeldung erhalten. Währenddessen spitzt sich die Lage für die Beschäftigten weiter zu.  Berufsanfänger stehen mit 60 % Kurzarbeitergeld finanziell mit dem Rücken an der Wand. Die viel zu späte und zu niedrige Aufstockung kann die Entgeltverluste für die gesamte Branche nicht mal im Ansatz ausgleichen. Dazu kommt, wer in der Gastronomie einen Minijob ausführt, tut dies nicht aus Spaß, sondern um finanziell zu überleben. Gerade Frauen sind oft gezwungen, mehrere Minijobs anzunehmen, um über die Runden zu kommen. Diese Beschäftigtengruppe wird von der Politik noch nicht einmal mehr wahrgenommen. Wer sich für das Überleben der Gastronomie einsetzt, muss den gleichen Einsatz für die Beschäftigten an den Tag legen.“

Zur Werbekampagne von LIDL nimmt Baumeister wie folgt Stellung:

„Die Kampagne zielt darauf ab, das Gastgewerbe in ein schlechtes Licht zu rücken. Was der Discounter hier wissentlich übersieht: Bei beiderseitiger Tarifbindung gibt es im saarländischen Hotel- und Gastgewerbe seit langem Urlaubs- und Weihnachtsgeld, eine 5- Tage- Woche und jährliche Entgelterhöhungen, die zum Teil deutlich über den Abschlüssen anderer Branchen liegen. Schwarzgeld gehört in tarifgebundenen Unternehmen schon lange der Vergangenheit an.“

 

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